Gekommen, um zu bleiben

By 8. Juli 2019News
HORIZONT 27/2019: Influencer Marketing

Gekommen, um zu bleiben

Hamburg, Jul 08 2019

Territory Influence richtet künftig die Influencer-Marketing-Konferenz Inreach aus.

 

Von Ingo Rentz

 

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass Territory Influence aus der Zusammenlegung der Influencer-Plattformen Trnd und InCircles hervorging. Jetzt tätigt die Agentur, in der Territory seine Influencer-Marketing-Aktivitäten bündelt, einen wichtigen Zukauf: Territory Influence wird neuer Ausrichter der Konferenz Inreach. Das 2015 erstmals veranstaltete Event gehörte bislang der Strategieagentur Brandpunkt und deren CEO Andreas Bersch. Der war vor vier Jahren mit dem Ziel angetreten, auf der Inreach Influencer und Unternehmen zusammenzubringen.

 

Inzwischen jedoch kann Brandpunkt die Organisation der Inreach, deren Besucherzahlen sich 2018 auf 500 verdoppelt hatten, nicht mehr alleine stemmen. „Wir konnten neben unserem Tagesgeschäft in der Agentur den Fokus nicht darauf legen, die Konferenz auf die nächste Ebene zu heben“, sagt Bersch. Diese Aufgabe übernimmt nun Territory Influence. Die Agentur sichert sich die Konferenz-Marke, die Website sowie die Kundendaten der Inreach zu einem unbekannten Preis. Bersch wird weiter an den Themen und der Organisation der Inreach beteiligt sein – aber nicht operativ, sondern in einer beratenden Funktion. Das Ziel von Territory Influence mit der Inreach sei es, ein ganzheitliches Verständnis für Influencer Marketing als Kommunikationsdisziplin zu vermitteln, erläutert Geschäftsführer Stefan Schumacher (siehe Foto). „Viele Veranstaltungen bilden Influencer Marketing nur in Teilbereichen ab. Wir wollen mit der Inreach als Influencer Marketing Business Conference eine Plattform schaffen, die das Thema umfassend abbildet und allen Beteiligten die Möglichkeit zum professionellen Austausch bietet.“ Deswegen werden auch neue Themen wie Technologie und Forschung in das Programm aufgenommen.

 

Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Die Inreach ist profitabel, dennoch muss Territory für die Übernahme wohl keine riesigen Summen bewegen. Außerdem hat Influencer Marketing trotz aller Wachstumsschmerzen zuletzt neue Impulse bekommen – Stichwort Rezo und sein CDU-Zerstörungsvideo. Dieses Momentum will Schumacher nutzen: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen, die zeigen, welche Meinungsmacht Influencer entwickeln können, kommt der Inreach eine besondere Bedeutung zu. Es wird eben auch darum gehen zu diskutieren, welche strategische Rolle Influencer in der Markenführung einnehmen können und wie Unternehmen mit einer zunehmenden Haltung von Influencern zur Welt umgehen können.“

 

Das Motto für die kommende Veranstaltung am 24. September in Berlin lautet #everlastinglove. Heißt so viel wie: Influencer Marketing ist gekommen, um zu bleiben. Das soll auch für die Inreach selbst gelten. Dennoch bleiben die Ticketpreise mit rund 400 Euro für Unternehmen beziehungsweise rund 300 Euro für Influencer auch moderat. Der ganz große Business Case ist die Inreach damit natürlich nicht. Das müsse sie aber auch gar nicht sein, versichert Schumacher. „Mit einer schwarzen Null wären wir in diesem Jahr durchaus zufrieden.“ Nichtsdestotrotz wolle man weitere Partner für die Konferenz gewinnen.

 

Dass Territory die Inreach aus reiner Nächstenliebe ausrichtet, darf man natürlich bezweifeln. Letztendlich wird auch die Agentur von neuen Beziehungen zwischen Influencern und Marken profitieren wollen. Dennoch werde man aus der Inreach keine Abverkaufsveranstaltung von Territory Influence machen, betont der neue Konferenzinhaber Schumacher. „Davon hätte die Branche nichts.“ Vielmehr gehe es darum, Influencer Marketing als Disziplin weiterzuentwickeln. Doch auch ohne Inreach lief es für Territory Influence im ersten Jahr gut: Man beobachte „eine sehr erfreuliche Entwicklung in fast allen Bereichen“, berichtet Schumacher. Als besonders wachstumsstark habe sich der Bereich Nano Influencer mit einem Plus von gut 20 Prozent erwiesen.

 

Gefunden in: Horizont 27/2019 | 4. Juli (Agenda 7)

Nora Behrens

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